Über unsere Ziele

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Die Flüchtlinge, Lampedusa und wir

Lampedusa ist eine italienische Insel zwischen Sizilien (205 Km entfernt) und Tunesien (130 Km entfernt). Sie ist sehr klein (nur ein Fünftel der Fläche von Sylt!), ihre Einwohner  leben heute vor allem vom Tourismus.

In den letzten Jahren ist Lampedusa – zusammen mit den beiden spanischen Enklaven in Marokko, Ceuta und Melilla, der griechischen Insel Lesvos und dem Evros-Fluss an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei – zu einem der „Tore Europas“ geworden, zum Ziel von Menschen aus Afrika und Asien, die vor Krieg und Armut fliehen. Mehr als anderswo zeigt sich hier die Wirkung der europäischen Flüchtlingspolitik. Auf dem Weg nach Lampedusa starben zwischen Januar 2012 und Oktober 2013 fast 1.000 Menschen.

Zur größten Tragödie kam es am 3. Oktober 2013. Unmittelbar vor der Insel kenterte am frühen Morgen ein Fischerboot mit über 500 Menschen an Bord. 366 von ihnen starben, Flüchtlinge vor allem aus Eritrea, aber auch aus Äthiopien, Somalien und Syrien. Was ist genau geschehen? Und warum? Hätte man die Katastrophe verhindern können? Was erlebten die Flüchtlinge, wie versuchten Fischer, Touristen und Behörden zu helfen? Wer ist für die Toten verantwortlich?

Die genaue Beantwortung dieser Fragen ist keine leichte Aufgabe: Die Zeugenaussagen sind zum Teil widersprüchlich, die Zeugen standen unter einem ungeheuerlichen Stress. Trotzdem versuchen wir mit unserer szenischen Lesung, diese Geschichte zu erzählen, in dem wir sie mit den Stimmen der Zeugen (Flüchtlinge, Einwohner von Lampedusa, Touristen, Beamte der Küstenwache und der Finanzpolizei) rekonstruieren. Ohne Anspruch auf die „eine“ Wahrheit, aber doch mit dem Ziel, möglichst alle erreichbaren Informationen verfügbar zu machen.

Die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, sagte:

„Wir (die Lampedusaner) sehen die Flüchtlinge, wie sie ankommen, wie sie aus den Booten steigen.
Wir erkennen und wissen: Es sind Menschen wie wir.
Diese Perspektive fehlt dem Rest des Landes, weil die Flüchtlinge allzu oft als Unpersonen dargestellt wurden, als ob sie nur Zahlen seien. Diese Entpersonalisierung prägt die Medien und das Aufnahmesystem bis heute. Nach einer Logik, die besagt, man soll sie ergreifen, zusammenpferchen, wegsperren. Weil sie als Unpersonen angesehen werden.“

Genau darum geht es uns: die Flüchtlinge und Einwohner von Lampedusa der Anonymität zu entreißen, sie als Menschen wahrzunehmen.

Mehr Infos:

Zur szenischen Lesung „Lampedusa, 3. Oktober 2013“
Zu Europas Flüchtlingspolitik

 

Die Ziele unserer Arbeitsgruppe

Als sich unsere Arbeitsgruppe zum ersten Mal traf, war allen klar, dass wir mit der szenischen Lesung über das Drama des 3. Oktober vor Lampedusa zwei Ziele verfolgen müssen:

  • Erstens wollen wir verhindern, dass diese Tragödie – und die vielen Flüchtlinge, die jedes Jahr im Mittelmeer sterben – in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig wollten wir die Aufmerksamkeit auf die Fragen lenken, die sie für die europäische Flüchtlingspolitik aufwirft.
  • Zweitens wollen wir Flüchtlingsorganisationen, die sich in Hannover und in Niedersachsen für die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen einsetzen, konkret unterstützen.

Deswegen nahmen wir diese Ziele in die Projekt-Charta auf, die unsere Arbeit leitet.

Wie wollen wir sie verwirklichen?

Wir arbeiten ehrenamtlich daran, die szenische Lesung „Lampedusa, 3. Oktober 2013“ zu realisieren. Wir bereiten uns darauf vor, sie dort, wo Interesse besteht, im Umkreis von ca. 100 Km um Hannover aufzuführen. Wir verlangen keine Gage, der Eintritt ist frei. Wir erbitten jedoch Spenden, die wir ohne Abzug an anerkannte Flüchtlingsorganisationen weitergeben wollen.

Gruppen, die die gleichen Ziele verfolgen, aber sich an Orten außerhalb des genannten Umkreises befinden, unterstützen wir gern dabei, die Lesung selbst zu organisieren.

Mehr Infos:

Projekt-Charta der Arbeitsgruppe „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“
Zwei Möglichkeiten, die Lesung zu präsentieren

 

Schulprojekt

Auf dieser und anderen Seiten:

Das Heft „Notausgänge“ kann hier heruntergeladen werden! Es wurde von Brigitte Bialkowski, Hartwig Heine, Marcella Heine und Georg Mesch verfasst. Claudia Mentzen war für die Grafik zuständig.

Alle am Projekt teilnehmenden Schulen erhalten 50 Exemplare des Heftes. Mehr dazu: s. Notausgänge

Schauen Sie bitte hier, um unsere Unterstützer kennen zu lernen.

Angemeldete Partnerschulen aus Niedersachsen

Schulen werden gesucht

Während die bisher stattgefundenen Veranstaltungen in der Regel erwachsene Zuschauer als Zielgruppe ansahen, wollen wir mit dem Schulprojekt 2015/16 Jugendliche erreichen.

Landesweit in Niedersachsen möchten wir Schülerinnen und Schüler in allgemein- und berufsbildenden Schulen (ab Klasse 9) dazu anregen, sich aktiv mit dem Thema Flucht und Asyl auseinanderzusetzen und sie dabei unterstützen, die Lesung selbständig zu präsentieren.

Ziele des Schulprojekts

Sie sind:

  • Jugendliche auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam machen und dafür sensibilisieren;
  • die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen erhöhen und die Willkommenskultur fördern;
  • die Arbeit von anerkannten Organisationen unterstützen, die sich für Flüchtlinge einsetzen.

Unsere Mitwirkung

Zur Realisierung des Projekts übernimmt unsere Arbeitsgruppe folgende Aufgaben:

  • Vorbereitung und Verbreitung von projektbezogenem Infomaterial;
  • Erstellung eines 32/48-seitigen Hefts zum Thema „Flucht und Asyl“ mit Bezug auf die Lesung;
  • Kontaktaufnahme mit interessierten Schulen;
  • Abschluss einer Vereinbarung mit den Partnerschulen;
  • Klärung des didaktischen Rahmens, in dem die Lesung vorbereitet und präsentiert werden soll (die Entscheidung treffen die Schulen);
  • Zusendung der verschiedenen Materialien an die Schulen (s. weiter im Text);
  • künstlerische und technische Begleitung und Beratung der Klassen/AG/Kurse, die die Lesung präsentieren;
  • Hilfe bei der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema; Vermittlung von Kontakten zu Behörden und Flüchtlingsorganisationen, die sich vor Ort um Flüchtlinge kümmern;
  • Herstellung von Werbematerialien (Plakate und Folder) für die öffentlichen Veranstaltungen der Schulen.

Mitwirkung der Schulen

Die Mitwirkung der Schulen gestaltet sich in drei Phasen.

Phase A

Die Schule beschließt ihre Teilnahme am Projekt und schließt mit uns darüber eine Vereinbarung ab. Dabei entscheidet sie auch den didaktischen Rahmen des Projekts.

Die Lesung kann zum Beispiel am Anfang bzw. am Ende eines Projekttages/einer Projektwoche zum Thema Flucht und Asyl oder im Zusammenhang mit dem Fachunterricht vorgestellt werden. Die diesbezügliche Entscheidung trifft die Schule. Wir bieten der Schule Hilfen, um sich mit dem Thema so fundiert wie möglich auseinander zu setzen.

Phase B

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern (Klasse, Kurs, AG) bereitet die Lesung vor. Gleichzeitig setzt sie sich mit dem Thema der Lesung auseinander. Wir beraten die Schulen, damit die Lesung optimal realisiert werden kann. Dabei werden wir einen kreativen Umgang mit den vorgesehenen Materialien fördern. In Abstimmung mit Schulleitung und Lehrkräften erläutern wir vor Ort das Projekt und die Materialien.

Folgende Materialien stellen wir den Schulen kostenlos zur Verfügung:

  • das Skript der Lesung für die Sprecherinnen und Sprecher;
  • die Musik-CD „Lampedusa, 3. Oktober 2013“, die wir 2014 mit Francesco Impastato und Girafe Music & Publishing produzierten;
  • die PowerPoint-Präsentation mit Bildern vom „Archivio Storico Lampedusa“ und aus anderen Quellen;
  • die besondere Fassung des Skripts für die Techniker/innen (Licht, Ton, Bilder);
  • ein von uns erstelltes Handbuch zur szenischen Lesung mit umfassenden Informationen zu allen Aspekten des Projekts (vom Ablauf der Veranstaltung bis zur Vorbereitung von Werbematerialien, von Anleitungen für die Sprecherinnen und Sprecher bis zu technischen Vorgaben);
  • ein Heft zum Thema „Flucht und Asyl“ (leider sind nur wenige Exemplare vorrätig).

Unsere Beratung erstreckt sich sowohl auf die inhaltlichen als auch auf die organisatorischen Aspekte. Schon die Vorbereitung der szenischen Lesung seitens der Schülerinnen und Schüler erfordert eine realitätsnahe Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten des Themas (zum Beispiel: Gründe und Herkunft der Flüchtlinge; Risiken, die sie auf sich nehmen, um Europa zu erreichen; Flüchtlingspolitik der EU; Aufnahme von Flüchtlinge in Niedersachsen, Vorurteile und Willkommenskultur; Fremdenfeindlichkeit).

Zur Vorbereitung der Lesung gehören neben dem fachlichen und organisatorischen Teil – Lesetechnik, Erarbeitung von möglichen Varianten der Inszenierung, Wechselspiel Ton, Licht und Bild, Werbung – das Einholen und Verarbeiten von Informationen über Flüchtlingsheime vor Ort und die Arbeit der Flüchtlingsorganisationen bzw. zuständigen Behörden sowie über die sozialen und politischen Aspekte des Themas. Wir werden außerdem für die von den Schulen organisierten Veranstaltungen geeignete Werbematerialien (Poster, Folder) erstellen und drucken lassen.

Phase C

Schülerinnen und Schüler präsentieren die Lesung. Geplant sind pro Schule zwei Lesungen, eine für die Schulgemeinschaft und eine für die Öffentlichkeit. Beide sollten von der beauftragten Schülergruppe gestaltet und in den Räumen der Schule präsentiert werden. Nach der Lesung sollte das Gespräch mit geladenen Gästen und Beteiligung des Publikums stattfinden.

Falls eine im Projekt mitwirkende Schule eine Lesung an einem Ort organisiert, an dem auch eine Lesung mit einem anderen Partner stattfinden könnte, werden wir der Schullesung den Vorrang geben.

Zur Vereinbarung mit unserer Gruppe

 

Wir und unsere Partner

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Unsere Arbeitsgruppe

Wir – die AG „Unser Herz schlägt auf Lampedusa“ – sind deutsche und italienische Bürger aus Hannover. Die Projektgruppe wurde im Oktober 2013 gegründet, kurz nach der Tragödie vor Lampedusa, die 366 Menschen das Leben kostete.

Die Mitarbeit in der Projektgruppe ist ehrenamtlich. Es ist unser Ziel, die Öffentlichkeit für das Drama der Flüchtlingen zu sensibilisieren und anerkannte Flüchtlingsorganisationen zu unterstützen.

Zur Zeit wirken am Projekt mit:

Edith Altebäumer, Brigitte Bialkowski, Renate Blanke, Arne Borstelmann, Francesca De Iuliis, Christine Gerner, Jochen Gerner, Christina von Grone, Hartwig Heine, Marcella Heine, Rüdiger Hofmeister, Francesco Impastato, Christoph Isermann, Sigrid Jahnel, Georg Mesch, Giuliano Micheli, Feri Mirabadi, Nino Nicolosi, Martina Otte, Lisa Palm, Martin Pandera, Giovanni Pollice, Thomas Pompetzki, Michael Rasenberger, Antonio Umberto Riccò, Ralf Rohde, Thomas Schenk, Liane Sickel, Kai Weber und Michael Wöstefeld.

Partnerorganisationen

Partner der beiden Projekte sind vier Flüchtlingsvereine aus Niedersachsen und zwei Firmen (Girafe Music & Publishing, Hannover und der Grafiker Ralf Rohde).

Spielkreis Theater Matthias-Kirche Hannover

„Inzwischen können die Laienspieler der Ev.-luth. Kirchengemeinde Groß-Buchholz in Hannover auf ein über 30-jähriges Bestehen blicken.

Spielkreis Theater Matthias -Kirche Hannover
Spielkreis Theater Matthias -Kirche Hannover

Die Anfänge liegen weit zurück: Bereits 1975 hatte der damalige Pastor Burkhard Gums der Matthias-Gemeinde die Idee, eine Theatergruppe zu gründen. Nach einem Aufruf im Gemeindebrief meldeten sich die ersten spielfreudigen Menschen, darunter Konfirmandinnen und Konfirmanden. Zwei Jahre später war es so weit. Es folgten Proben zu dem ersten Stück „Unsere kleine Stadt“ von Thornton Wilder. Die begeisterte Spielfreude der Laienspielgruppe zog das Publikum in ihren Bann: Gleich 210 Zuschauer kamen zu den ersten beiden Aufführungen – mit so viel Resonanz hatten die Spielleute nicht gerechnet. Der Versuch, einen Spielkreis „Theater“ ins Leben zu rufen, war geglückt. Weitere Stücke folgten.

Die Technik wurde professioneller, ein perfektes Bühnenbild etablierte sich – vieles hat sich geändert. Geblieben ist die Freude am Theaterspielen.
Heute gehören etwa 30 Personen zum festen Stamm der Gruppe. Die größten Erfolge der Laienspielgruppe: „Die Physiker“, „Ein Sommernachtstraum“, „Arsen und Spitzenhäubchen“, „Antigone“, „Pygmalion“ und „Jedermann“. Mit den Stücken will man die Zuschauer dazu anregen, über das Leben nachzudenken und Ihnen eine Freude machen. Mehr noch: Eine Gemeinschaft ist entstanden, die Freude und Probleme gleichermaßen mit den Gruppenmitgliedern teilt. Es geht nicht nur um das Theaterspielen. Im Sommer gehen wir beispielsweise zusammen paddeln, einmal jährlich fahren wir ins Eckertal im Harz oder ins Wendland – zum Arbeiten und zum Vergnügen.“

www.spielkreis-theater-mk.de

Von den Organisationen, die in der Projektgruppe vertreten sind, arbeiten Janusz Korczak – Humanitäre Flüchtlingshilfe e.V. Hannover, Medinetz Hannover – Medizinische Flüchtlingsberatung e. V., Kargah e.V. und Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. mit und für Flüchtlinge.

Medinetz Hannover – Medizinische Flüchtlingsberatung e. V.

„Jeder Mensch hat ein Recht auf Gesundheit und medizinische Versorgung. Doch Menschen ohne Papiere Logo Medinetzhaben im Krankheitsfall, bei Schwangerschaft oder nach Unfällen kaum die Möglichkeit einen Arzt aufzusuchen. Medinetz vermittelt medizinische Hilfe für Menschen ohne Aufenthalts- und Krankenversicherungsstatus. Die Vermittlung und ärztliche Behandlung erfolgt anonym und wann immer möglich kostenlos.

Gesundheit und medizinische Versorgung dürfen nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen. Daher fordert Medinetz die Abschaffung ausgrenzender Gesetze um Menschen ohne Papiere den Zugang zu Gesundheitsleistungen zu ermöglichen.“

www.medinetz-hannover.de

Janusz Korczak – Humanitäre Flüchtlingshilfe e.V.

„Die Flüchtlingshilfe „Janusz Korczak” betreut überwiegend minderjährige Flüchtlinge ab 16 Jahren, die ohne ihre Familien geflohen sind. Sie werden nicht mehr in derJanusz Korcziak
Jugendhilfe betreut, sondern von den Behörden wie Erwachsene behandelt. Das heißt, sie müssen zumeist in Flüchtlingsunterkünften leben, bekommen Wertgutscheine und sind aus Sozialhilfe- und Förderleistungen weitgehend ausgegrenzt. Durch den ungewissen Rechts- und Aufenthaltsstatus und eingeschränkten Zugang zur Schule haben sie kaum Chancen, eine Ausbildung zu absolvieren.
Um solchen Jugendlichen zu helfen, hat die „Janusz Korczak-Flüchtlingshilfe” ein Patenprojekt gegründet. Neben der praktischen, ausschließlich ehrenamtlichen Arbeit setzt sich der Verein für die Interessen der jungen Flüchtlinge gegenüber Behörden und Politik ein. Der Verein „Janusz Korczak” will Ausgrenzung und Entmutigung entgegenwirken, Kriminalisierung vorbeugen und Mitmenschlichkeit erlebbar machen.“

Kargah e.V.

„Kargah (Werkstatt) e.V., der Verein für interkulturelle Kommunikation, Flüchtlings- und MigraKargahtionsarbeit wurde 1980 gegründet, ist unabhängig, gemeinnützig und seit 1986 als eingetragener Verein beim Amtsgericht Hannover registriert. Gegründet wurde kargah als Selbsthilfeverein durch ExiliranerInnen, die sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung bei Alltagsproblemen gaben.

Kargah ist seit 1991 im Rahmen des Landesprogramms für „Dezentrale Flüchtlingssozialarbeit“ Träger einer Beratungsstelle für MigrantInnen und Flüchtlinge und führt seit 1996 Maßnahmen zur beruflichen und sprachlichen Qualifizierung von Flüchtlingen, MigrantInnen und AussiedlerInnen durch. Durch die Aufnahme der Projekte hat die in Selbsthilfe organisierte Arbeit des Vereins einen neuen Raum gefunden und damit im Bereich interkultureller Arbeit und Entwicklung eine Basis für praktische Bildungs- und Qualifizierungsangebote bekommen. Der Verein ist seitdem ein Ort, von dem in vielfältigen Kooperationsformen und Modellprojekten neue Akzente für die Migrations- und Flüchtlingspolitik in der Stadt Hannover/Niedersachsen ausgehen. Dadurch ist der Verein auch auf europäischer Ebene interkulturell vernetzt.“

www.kargah.de

Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V.

„Der Flüchtlingsrat Niedersachsen wurde 1984 gegründet und ist als gemeinnütziger Verein anerkannt. Er koordiniert ein unabhängiges Netzwerk von rund 500 FlüchtlingsFlüchtlingsrat Niedersachseninitiativen, Kirchengemeinden, Gewerkschaften und Einzelpersonen, die sich für die Interessen von Flüchtlingen in Niedersachsen einsetzen, gewährleistet eine Beratung für Flüchtlinge sowie für andere MigrantInnen in Notsituationen und organisiert über die Geschäftsstelle eine Reihe von Projekten.

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen beteiligt sich als Mitglied von PRO ASYL aktiv an der Koordination und Kommunikation auf Bundesebene und steht in engem Kontakt zu Schwesterorganisationen in Europäischen Nachbarländern.“

www.nds-fluerat.org

Unsere Unterstützer

Das Schulprojekt 2015/2016 steht unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und wird von von diesen Partnern unterstützt:

Lotto-Sport-Stiftung
Lotto-Sport-Stiftung
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung - Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung – Landesamt für Soziales, Jugend und Familie

Niedersächsisches Kultusministerium
Niedersächsisches Kultusministerium

Das Projekt Lesungen 2015 wird unterstützt von diesen Behörden, Organisationen, Vereinen, Firmen und Stiftungen (in alfab. Reihenfolge):

Associazione Archivio Storico Lampedusa
Associazione Archivio Storico Lampedusa
Caritas in Niedersachsen
Caritas in Niedersachsen
Girafe Music & Publishing
Girafe Music & Publishing
HELP e.V.
HELP e.V.
Landeshauptstadt Hannover
Landeshauptstadt Hannover
Pro Asyl
Pro Asyl
Region Hannover
Region Hannover
Siabella Reisebüro
Siabella Reisebüro

Stiftung Umverteilen - für eine, solidarische Welt
Stiftung Umverteilen – für eine, solidarische Welt

Wir möchten uns bei allen Förderern sehr herzlich für diese Hilfe bedanken!

Hier können Sie die Unterstützer des Projekts 2014 erfahren.

Die szenische Lesung

Vor der italienischen, zwischen Sizilien und Afrika gelegenen Insel Lampedusa versinkt am 3. Oktober 2013 ein mit 545 Flüchtlingen völlig überladener Kutter.  366 von ihnen ertrinken: Menschen aus Eritrea, Somalia, Äthiopien und Syrien, die vor Krieg und Armut flohen, voller Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa.

Ausgehend von den Ereignissen am 3. Oktober hat die Projektgruppe eine szenische Lesung vorbereitet. Sie wird zunächst vom Schauspielhaus Hannover mit eigenen Sprechern am 30. März 2014 um 11.00 Uhr in der Cumberlandschen Galerie vorgestellt. Eine Vorpremiere findet in der Hauptverwaltung der IG BCE am 18.3.2014 um 17.00 Uhr statt. Sie wird von Sprechern des Spielkreises Theater der Matthias-Gemeinde Hannover bestritten. Ab April wird die Lesung an verschiedenen Orten in Hannover und in Niedersachsen aufgeführt. Mindestens zehn Lesungen sind geplant.

Ziel des Projektes ist es, Jugendliche und Erwachsene auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam zu machen, sie dafür zu sensibilisieren und – z. B. in Hannover – die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen zu erhöhen. Mit den Lesungen setzen wir auch ein Zeichen konkreter Solidarität mit Flüchtlingen, indem alle Erlöse aus den Eintritten an anerkannte Organisationen weitergeleitet werden, die für und mit Flüchtlingen arbeiten.

Die zentralen Fragen der Lesung sind: Was geschah an jenem Morgen? Was erlebten die Flüchtlinge? Wie reagierten Einwohner, Touristen, Behörden? Hätte man mehr Menschen retten können? Wer trägt die Verantwortung für die Tragödie? Was müssten Italien und Europa tun, damit sich solche Ereignisse in Zukunft nicht mehr wiederholen?

Antonio Umberto Riccò hat aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material einen erschütternden Text entwickelt, der unterschiedliche Perspektiven auf die Katastrophe eröffnet und insbesondere die Einwohner von Lampedusa eindringlich zu Wort kommen lässt. Der italienische Text wurde von Francesca De Iuliis, Hartwig Heine und Marcella Heine ins Deutsche übersetzt.

Der italienische Musiker Francesco Impastato hat eigens für dieses Projekt sechs Lieder komponiert.

Fünf Sprecher vom Spielkreis Theater der Matthias Kirche (Hannover) werden den Text vortragen. Sie sind Teil eines Pools von insgesamt zehn Sprechern: Renate Blanke, Arne Borstelmann, Christine Gerner, Jochen Gerner, Christina von Grone, Sigrid Jahnel, Rüdiger Hofmeister, Thomas Schenk, Liane Sickel  und  Michael Wöstefeld.

Die Technik bedienen Thomas Pompetzki, Martin Pandera, Giuliano Micheli und Michael Rasenberger vom Spielkreis Theater der Matthias Kirche.

Zwei Sprecher fungieren als Erzähler, drei weitere zitieren Zeugen:

  • Aregai, Flüchtling aus Eritrea
  • Berakhe, Flüchtling aus Eritrea
  • Kebrat, Frau aus Eritrea, Flüchtling
  • Ndahepuluka, Frau aus Eritrea, Flüchtling
  • Morian, Flüchtling aus Eritrea
  • Tesfahiwet, Flüchtling aus Eritrea
  • Carmine, Optiker und Fischer auf Lampedusa
  • Domenico, Fischer auf Lampedusa,
  • Francesco, Fischer auf Lampedusa
  • Grazia, Inhaberin eines Geschäftes auf Lampedusa
  • Linda, Touristin aus Pesaro, Anwältin
  • Marcello, sizilianischer Tourist
  • Pietro, Arzt auf Lampedusa
  • Raffaele, Kapitän des Fischerboots  “Angela” und Domenicos Bruder
  • Simone, Tauchlehrer für Touristen
  • versch. andere Einwohner von Lampedusa
  • Vito, Kapitän des Fischersboots “Gamar”
  •  Antonio, Taucher der Guardia di Finanza
  • Riccardo, Taucher der Guardia di Finanza
  • Salvo, Taucher der Guardia di Finanza
  • Sprecherin der Küstenwache
  • Giusi Nicolini, Bürgermeisterin von Lampedusa und Linosa
  • Rosario Crocetta, Präsident der Region Sizilien

Die Lesung können auch andere Gruppen präsentieren. Wie und unter welchen Bedingungen das geschehen kann, lesen Sie bitte hier: Zwei Möglichkeiten, die Lesung zu präsentieren

Mehr Infos:

Terminen
Arbeitsgruppe
Autor des Textes
Komponist der Musik